Sein Auskommen in der Welt finden
Anthropologie, Verhaltens-Evolution und Hundetraining

Going through life

Hier eine Übersetzung eines Posts, in dem verständlich wird, warum Hunde tun was sie tun und dass sie am Ende des Tages einfach nur ihr Auskommen sichern in diesser Welt. Los geht's ..

Übersetzung: Dave Brunner Originaltext: Kristi Benson

Ein Anthropologe lernt von den Dinjii Zhuh Älteren in den Nordwest-Territorien (Kanada) über die Verhaltensökonomie and warum das für Hunde wichtig ist.

Als ein Anthropologe wurde mir das Geschenk gegeben 15 Jahre lang mit den Dinjii Zhuh (Gwich'in Menschen) in Aklavik, Fort McPherson, Inuvik und Tsiigehtchic zu arbeiten. Diese vier Gemeinden bilden einen Ring um den gewaltigen Ehdiitat (Mackenzie Delta, wie er meistens genannt wird), bevor der Mackenzie in Inuit Land eintritt und sich in die Beaufort See und den Arktischen Ozean entleert. Die Gwich'in haben den Treaty 11 1921 unterzeichnet und verhandelten das umfangreiche Gwich'in Land Übereinkommen in den 1980er und 1990er Jahren. Es wurde 1992 unterzeichnet. Gwich'in Länder kreuzen ein schönes subarktisches Gebiet in den Nordwest-Territorien. Es gibt Berge im Westen und Süden, und im Osten den borealen Wald und Taiga Gebiete bis zum Horizont. Der wunderschöne Nagwichoonjik, oder Mackenzie Fluss, fliesst in seinem Schlussstück in Richtung Westen durch Gwich'in Länder bevor er sich nördlich dreht, abschwächt und sich in den Delta teilt.

Gwich'in Länder haben die Gwich'in immer versorgt und wurden durch diese gepflegt. Tausende Jahre lang haben die Gwich'in ihr Auskommen gehabt durch die Jagd auf Karibu und Elche, das Pflücken von Beeren und durch Fischerei. Noch heute leben die Gwich'in Familien in den Gemeinden und beteiligen sich an der globalen Wirtschaft; in der Vergangenheit zogen sie saisonal durch ihre Länder auf gut platzierten und bekannten Wegen die Zehntausende von Fussabdrücken sahen über Tausende von Jahren.

In den Jahren, in denen ich mit den Gwich'in gearbeitet habe, sass ich um so manchen Küchentisch und habe Tee getrunken, mit einem surrenden Kasettenrekorder in der Nähe. Wärend diesen Stunden hörte ich bedachtes und destilliertes Wissen das durch Generationen entstanden ist, mit komplexen und untrennbaren Verbindungen zu einer kulturellen Landschaft, einer Landschaft so vertraut dass die Karte, mit den Reiserouten und den Erntegebieten der Gwich'in, voll ist mit Wegen. Eine Redewendung fand ich besonders faszinierend und anregend: Wenn Ältere über das Verhalten von Tieren sprachen, beendeten sie einen Gedanken, or fassten etwas zusammen, mit Nun, so macht er sein Auskommen.

Bevor ich mit den Gwich'in zusammen kam, hatte ich das Verhalten von Tieren nie wirklich als eine Karriere verstanden (Geschlechtsbezeichnungen für wilde Tiere waren ebenso neu für mich und regten meine Gedanken an). Ich hatte Verhalten nicht als etwas verstanden, das man unverblümt funktional bezeichnen könnte. Dzan, oder Bisam, bilden kleine Hügel aus Nahrung auf zugefrorenen Seen um es für spätere, hagere Zeiten zu verstecken. Sie bestreiten ihr Auskommen in der Welt . Vadzaih, oder Karibu, wandern hinaus auf das Eis um diese Bisam-Hügel zu finden und zu verschlingen, um so ihre Kalorien und Nährstoffe zu erwirtschaften. Die Karibu bestreiten ihr Leben genauso. Niemand könnte die vier Jahreszeiten in der Subarktik bestehen ohne ein tiefsitzendes Verständnis wie hart Tiere, und auch Menschen, arbeiten müssen um am Leben zu bleiben, was zum essen zu haben, zu vermeiden selber gegessen zu werden und es gemütlich warm zu haben.

Fitness und Anpassung
Die Ökonomie von Verhalten

Tiere sind nicht wie Pflanzen. Sie bleiben nicht fest verankert an einem Ort und wachsen wärend sie Sonnenlicht ernten um am Leben zu bleiben. Stattdessen nutzen sie ihre Sinne um ihre Welt zu interpretieren und, basierend auf dem was um sie herum passiert, ihre Muskeln und ihr Gehirn zu nutzen um, nun, Dinge zu tun. Das Verhalten eines Tieres, aus einem weiten Winkel, ist eine komplexe Mischung aus natürlichem Verhalten, mit dem sie geboren wurden oder das noch reift, und Verhalten das sie gelernt haben basierend auf Erfahrungen im Laufe ihres Lebens. Tiere gehen in die Welt um an Nahrung zu gelangen, Partner zu finden und sie kämpfen oder fliehen um sich selber zu schützen oder wichtige Ressourcen.

in der wissenschaftlichen Theorie der Evolution werden Tiere verstanden als etwas, das physisch und im Verhalten sich entwickelt durch natürliche und sexuelle Selektion. Die Tiere, die am besten überleben in ihrer Umgebung und sich fortpflanzen, sind diejenigen, die ihre Kopien von sich weitergeben (genauer, ihre Gene) an die nächste Generation. Das bedeutet, dass diese Tiere, die am besten ihr Auskommen sichern in der Welt, überleben und ihre besondere Mischung aus körperlichen und verhaltens Eigenschaften weitergeben. Ein Tier, das nicht genug zu essen findet oder die zahlreichen Fallen nicht vermeidet die das Leben bereithält, wird keinen Nachwuchs hinterlassen - und daher veschwinden, aus einer evolutionären Perspektive - im Ökosystem.

Obwohl ich das Verhalten von Elch oder Grizzly nicht als Arbeit verstand bevor ich mit Dinjii Zhuh Älteren gearbeitet habe, macht es Sinn das Verhalten durch diese Linse zu betrachten. Klar, wir als Menschen sind nicht die Einzigen die ihr Auskommen machen müssen in dieser Welt. Menschen sind nicht von den Tieren getrennt: wir sind Säugetiere, und unser Verhalten hat sich entwickelt um unsere Fitness zu steigern und dadurch unsere Fähigkeit, Kopien von uns anzufertigen, genau so wie das Verhalten anderer Tiere.

Łaii
Hunde

wie bezieht sich das auf Łaii, Hunde? Als Hundetrainerin nutze ich oft die Redewendung, die ich von meinen Gwich'in Kollegen und Interview-Partnern lernte: Hunde, wie auch Karibou und Bisam, machen ihr Auskommen in der Welt. Noch heute, obgleich wir den Hunden das Futter geben das sie brauchen um zu überleben (zweimal täglich in einer netten, kleinen Schüssel), sie vor Gefahren schützen und sie mit Betten versorgen, Obdach und anderem Bedarf, ist deren Bedarf einen Sinn in ihrem Leben zu finden und, nun, Dinge zu tun immer noch präsent.

Hunde verhalten sich in der gleichen Weise die ihren Vorfahren half an Futter zu kommen, Partner zu finden und geschützt zu bleiben. So zeigen Hunde immer noch Nahrungserwerb or Beutefangverhalten, auch wenn diese Verhaltensweisen sich manchesmal als Übungs- oder Spiel-Version zeigen. Diese Hunde Hunde jagen Beute, oder akzeptable und spassige Entsprechungen wie Fahrräder, Tennisbälle, Autos und Frisbees. Einige Hunde zerlegen ihre Beute, oder akzeptable und spassige Entsprechungen wie Stofftiere, Betten, Sofas, Schuhe, Stoffe und Papiertüten. Manch ein Hund knabbert an Knochen um das nährstoffreiche Mark zu bekommen und die Zähne zu reinigen - obwohl diese Knochen üblicherweise Kongs sind, Geweihe oder Kausachen. Die meisten Hunde, die als Haustiere gehalten werden, sind kastriert und ihre Partnerwahl und ihr Balzverhalten sind etwas beschnitten. Aber wir können es immer noch sehen, besonders im Spiel.

Ein Tier in der Wildnis muss einen guten Job erledigen und sich selber schützen, muss wichtige Ressourcen schützen. Manche Hunde behalten ihren Instinkt und schützen sich indem sie ängstliches oder aggressives Verhalten zeigen wenn sie sich bedroht fühlen. Ein typischer Kontext ist, wenn sie Menschen treffen die sie nicht kennen - obschon einige Hunde freundlich sind gegenüber Fremden, ist das auf keinen Fall garantiert (und Menschen, die Welpen kaufen wollen, sind gut beraten den Nachwuchs von freundlichen Eltern auszusuchen und ihren Nachwuchs breitgefächert zu sozialisieren). Wenn Hunde sich ängstlich verhalten (indem sie sich ducken, verstecken oder davon rennen) oder aggressiv (indem sie bellen, knurren und beissen) gegenüber Menschen die sie nicht kennen, reagieren sie ganz einfach in der Weise wie es Tiere tun wenn sie mit einer Bedrohung konfrontiert werden: Abstand gewinnen.

Ein anderer Kontext, in dem wir häufig die Betriebsamkeit von einem Hund sehen, ist, wen sie Ressourcen verteidigen, wie die Futterschüssel, oder ein Kauzeug. Aus Sicht des Hundes gibt es keinen Grund sich die Mühe zu machen um an Nahrung zu kommen, wenn irgendjemand einfach kommen und es wegnehmen kann. Ein anderes Beispiel, der nèhtrùh, Vielfrass, ist bekannt dafür sich aggressiv zu verhalten gegenüber Menschen oder anderen tierischen Eindringlingen die sich auf ihre Nahrung stürzen könnten. Und Vielfrasse haben eine Strategie die Hunde, glücklicherweise, nicht teilen: sie markieren ihr Essen mit streng riechendem Urin und stellen sicher, dass niemand Anderes kommen wird innerhalb einer Meile.

Zusätzlich zu ihrem umfangreichen Wissen über Land, Wetter und die Tiere, wissen die Gwich'in Älteren auch, wie die Welt entstand. In Geschichten, aufgezeichnet in den 1970 Jahren für CBC Radio, erzählen sie zum Beispiel von einer Zeit lange zurück wo Menschen und Tiere die gleiche Sprache sprachen und nebeneinander lebten, als Gleichwertige. Bevor sich Dinge veränderten, bevor die Welt wurde wie sie heute ist, hatten Tiere und Menschen Treffen um zu beraten, wie sie sich gegenüber verhalten sollten.

Obwohl wir nicht mit unseren Hunden sprechen können und keine Treffen haben um zu beraten wie wir miteinander umgehen, können wir unseren Hunden helfen indem wir erkennen wenn Hunde sich anstrengen um sich an die Menschenwelt anzupassen; sie sind nicht trotzig oder stur. Hunde, wie alle Tiere, verhalten sich ganz einfach in einer Weise die ihnen immer geholfen hat to überleben und zu gedeihen: Sie machen ihr Auskommen in dieser Welt.

Infos

Passend zum Thema das Buch von Raymond Coppinger, What Is a Dog?, University of Chicago Press

Wenn ihr mehr über die Ureinwohner Kanadas, und die Gwich'in wissen wollt, dann findet ihr hier eine Karte und mehr über die Gwich'in hier

Spannende Beiträge zu Haustierverhalten findet ihr bei Companion Animal Psychology

Hier die Webseite von Kristi Benson