Was ist denn mit den Emotionen und den Gedanken?

Oft wird im Hundetraining von Verstärkern gesprochen und dass erwünschtes Verhalten verstärkt werden soll

Bei all dem Fokus auf Verhalten stellt sich doch fast die Frage, was mit den Gefühlen eines Hundes ist und seinen Gedanken, gibt es die denn nicht?

Die Antwort ist: ja, selbstverständlich gibt es die, und auch ein Psychologe wie Burrhus Frederik Skinner wusste, dass es diese gibt

Die verschiedenen Ebenen

Ein Lebewesen wie ein Hund oder ein Mensch haben folgende Ebenen

Lernen hat immer was mit den Gedanken, Kognitionen, den Emotionen, Gefühlen, dem Körper und dem Verhalten zu tun

Wenn ein Hund sich über etwas freut, dann zeigt sich das an seinem freudigen Körperausdruck (entspannte Stirn, runde Mundwinkel, Schwanzwedel, viel Verhalten wie zB tonales Bellen, etc), seinem Körper (Aktivierung der Emotionszentren im Gehirn, Hormone wie Dopamin und Oxycotin, etc) und seinen Gedanken (an das, worauf oder worüber er sicht freut)

Was wir wahrnehmen können

Hier kommt nun das Problem, das Psychologen wie Skinner erkannt haben: von aussen wahrnehmen und messen können wir nur das, was der Körper tut (Hormone, Hirnaktivität, Durchfall bei Stress, Puls, etc) und was der Hund tut (sein Verhalten)

Einfluss auf den Hund

Wenn also ein Hund sich freut oder sich über etwas ängstigt, dann hat der Hund selbstverständlich dabei seine Gefühle und seine Gedanken, von aussen beobachten und messen aber können wir seinen Körper und sein Verhalten - das gilt auch für Menschen, denn die Sprache ist ein Verbalverhalten, was sich dahinter verbirgt, die Gedanken und die Emotionen, können wir lediglich an dem was gesagt wird - digitale Kommunikation - und wie es gesagt wird - analoge Kommunikation - erkennen

Für den Alltag

Hunde haben Gedanken, die durch den Kopf schwirren (Gedanken die sich vermutlich eher als Erwartung oder als Vorstellung zeigen, als in Worte), und Gefühle und deswegen ist es so wichtig, dass wir über Verstärkung arbeiten und die Biologie und Psychologie des Hundes repsektieren und miteinbeziehen

Da es aber auch wichtig ist, um den Hunden gerecht zu werden, seinen Eindruck was der Hund im Moment fühlen oder denken mag zu bestätigen oder widerlegen, ist es notwendig von aussen den Hund zu beobachten und zu ermessen - und das geht im Alltag sehr leicht über das Verhalten

Wenn also für die Definition von Verstärker das Verhalten herangezogen wird und dass das Verhalten stärker werden muss, wenn der Reiz auf das Verhalten folgt, dann deswegen, weil die Häufigkeit und Heftigkeit des Verhaltens messbar sind und wir darüber Rückschlüsse auf die Gedanken und Gefühle des Hundes bekommen können

Ein Hund, der sofort zu seinem Zweibeiner geht wenn dieser ihn ruft und alle Anzeichen von Freude im Verhalten zeigt, freut sich auch über seinen Zweibeiner

Würden wir uns nur darauf verlassen, was wir selber mögen (zB bitteres Essen) und erwarten der Hund mag das auch, oder uns darauf verlassen dass unsere Meinung über den Hund - zB dass der Hund sich freut - auch richtig ist, dann kann es passieren, dass wir dem Hund nicht gerecht werden weil wir übersehen, was der Hund wirklich will und mag

Eine kuschlig-warme Decke mag ich zwar doll, aber der Hund mit dichtem Fell vlt nicht; und vlt mag ich den Hund knuddeln und denke, der mag das auch, aber der Hund mag das vlt in dem Moment nicht

Deswegen ist es wichtig, im Verhalten des Hundes die Anhaltspunkte zu finden, wie es ihm so ergeht

Experimentell können wir das, indem wir dem Hund verschiedene Dinge anbieten - zB verschiedene Liegeplätze die verschieden ausgestattet sind, oder verschiedene Essen - oder indem wir verschiedene Dinge dem Hund geben wenn er was tut - zB zurück kommen oder einen Gegenstand aus dem Mund herausgeben

So haben wir eine bessere Idee davon, was Hund mag und können darüber sein Wohlbefinden steigern (übrigens sind Wahlmöglichkeiten etwas, was durchaus als angenehm empfunden wird und daher verstärkend wirken, so kann auf das Abrufsignal dem Hund, wenn er kommt, verschiedene Dinge folgen, zB das Freilaufsignal, dann mal ein Leckerchen, und ein ander Mal ein Knuddeln