Fütterung

Futtermittel, die wir unseren Hunden zukommen lassen, erfüllen verschiedene Funktionen und diese zu kennen hilft, das Futter auf seinen individuellen Wuffel anzupassen. Futtermittel erfüllen eine biologische, physiologische Funktion, nämlich den Körper zu erhalten, aufzubauen und sich fortzupflanzen, und eine psychische Funktion: Die Möglichkeit, mit der Nahrungsaufnahme verbundene Verhaltensweisen zeigen zu können und die Bedürfnisse nach diesem Verhalten zu befriedigen. Das Futtermittel selbst greift auch in den Stoffwechsel des Gehirnes ein, indem es Grundbausteine liefert die das Gehirn benötigt, sowie die Energie zur Verfügung stellt, die ein Gehirn ebenfalls benötigt. Fütterung ist also ein wichtiger Bestandteil. In diesem Post geht es um die Grundlagen von Futtermitteln die in jedem Fall eine Rolle spielen - was dieser Post nicht leisten kann, ist, eine Ernährungsberatung zu sein oder eine Meinung zu geben welche Art von Fütterung (Trockenfutter, Rohfutter, etc) die beste ist.

Passend zu diesem Post gibt es einen Futterrechner auf lequotichien.

Inhalt

Bestandteile
Klassen von Fertigfuttermittel
Menge und Diät
Darreichung
Weitere Informationen

Bestandteile

Futtermittel bestehen aus verschiedenen Bestandteilen. Um das Futter auf seinen Wuffel anzupassen, hilft es, diese zu kennen. Die Bestandteile von Futter sind:

Angaben zum Futtermittel.
Bild: Von mir
Wasser
Wasser wird vom Körper benötigt für Stoffwechsel, für die Regulation der Körpertemperatur und für den Transport von Stoffen. Selber ist es kein Nährstoff, aber wichtiger Bestandteil in vielen Körperabläufen.
Kohlenhydrate
Zu den Kohlenhydraten zählen Einfach- und Mehrfachzucker, aber auch Stärke oder Zellulose sind Zucker. Es ist Hauptenergielieferant und liefert besonders kurzfristige Energie. Zucker ist zudem die Basis, auf der unsere Erbinformation baut - die DNA und RNA basieren auf Zuckerresten. Je nach Quelle des Kohlenhydrates, ist die Energie länger oder kürzer verfügbar, bzw steigt der Blutzucker schneller oder langsamer an.

Anders Hallgren erwähnt in seinem Buch Stress, Angst und Aggression bei Hunden, dass Tyrosin in Getreide in grossen Mengen vorkommt und mit Tryptophan, dem Ausgangs-Stoff für Serotonin, konkurriert. Aus Tryptophan werden die Catecholamine Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin gebaut. Bei ängstlichen, aggressiven, hyperaktiven oder schwer zu kontrollierenden Hunden sollte der Getreideanteil berücksichtig und eventuell reduziert werden.

Grundstruktur von Kohelnhydraten.
Bild: Calvero
Lipide
Lipide umfassen fettähnliche Stoffe, Fette und Wachse sowie Öle. Fette sind als Energielieferant und Wärmelieferant in Form von braunem Fett wichtig. Auch wichtig sind Fette für Vitamine die fettlöslich sind und so aufgenommen werden. Auch als Bausteine für die Membrane und als Cofaktoren werden Lipide gebraucht, sowie als Pigmente.
Grunstruktur von Fetten.
Bild:
Proteine
Eiweisse sind Aminosäureverbindungen und werden für den Aufbau und Erhalt der Strukturen im Körper gebraucht. So bestehen Zellen aus Eiweiss. Es gibt Aminosäuren die der Körper der Hunde selber herstellen können und solche, die der Körper nicht selber herstellen kann - die essentiellen Aminosäuren die über die Nahrung zugeführt werden müssen. Bei Hunden sind diese uA. Leucin, Isoleucin, Lysin, Methionin, Tryptophan, Phenylalanin.

Für die Psyche wichtig zu erwähnen sind Tryptophan und Phenylalanin. Tryptophan ist die Vorstufe von Serotonin. Das Gefühl was Serotonin macht lässt sich umschreiben mit: Man hat gut gegessen und ist satt und zufrieden. Es sorgt für eine allgemeine Zufriedenheit. Phenylalanin ist die Vorstufe, aus der über Tyrosin das Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin gebildet werden.

Dopamin ist für das psychische Empfinden von 'Wollen' verantwortlich. Wann immer ein Hund auf der Suche nach Etwas ist, zB. sein Wassernapf, sein Spielzeug, bei der Nasenarbeit, etc., ist das Dopamin und sein Seeking-System beteiligt. In Kartoffeln und Soya, Reis, Gerste befindet sich reichlich Tryptophan. In Milchprodukten finden sich Phenylalanin. Aufpassen muss man dass diese Aminosäuren nicht mit anderen Konkurrieren, denn die Blut-Hirnschranke hat gewisse Grenzen was die Aufnahme von Stoffen angeht.

Struktur von Aminosäuren.
Bild: Sponk
Mineralien
Mineralien dienen als Baustoffe als auch der Regulation im Stoffwechsel.
Vitamine
Vitamine sind als Regulatoren im Stoffwechsel wichtig. Ein Teil der Vitamine wird über Wasser gelöst aufgenommen, die wasserlöslichen Vitamine, ein anderer Teil wird über Fett gelöst aufgenommen, das sind fettlösliche Vitamine. Nach Anders Hallgren, sind die B-Vitamine wichtig, für den Aufbau von Serotonin, B6 und Folsäure - in Stress, Angst und Aggression bei Hunden, Cadmos Verlag.
Rohfasern
Bei Tieren die in Vormägen oder im Dickdarm Mikroorganismen unterhalten zur Verdauung, sind Rohfasern zur Ernährung dieser Mikroorganismen wichtig. Für Hunde sind Rohfasern für die Darmbewegung wichtig, sie sorgen für ein vergrössertes Volumen und fördern dadurch die Produktion von Magensaft, erhöhen die Verweildauer und es bildet sich ein Sättigungsgefühl, ohne dass der Hund dabei dick wird. Ein gesunder Darm braucht eine gewisse Menge an Rohfasern.

Klassen von Fertigfuttermittel

Industriell hergestellte Futtermittel werden in Klassen eingeteilt. Geschieht dies in Abhängigkeit zum Flüssigkeitsgehalt, gibt es Feuchtfutter und Trockenfutter. Trockenfutter enthält bis zu 14% Wasser, Feuchtfutter liegt deutlich darüber und kann um die 80% betragen. Eine andere Einteilung ist Alleinfutter und Ergänzungsfutter. Alleinfuttermittel können alleine gegeben werden und sollten den Bedarf des Tieres an Stoffen abdecken können, Ergänzungsfuttermittel werden dazu gegeben, zB. Kekse, oder Pellets für bestimmte gesundheitliche Probleme wie Gelenke oder Haut.

Da die Ernährung von vielen Faktoren, wie Alter, Gesundheit, Aktivität, Lebensbedingungen, Körpergewicht und mehr, abhängt, ist es unwahrscheinlich dass ein Futtermittel aus der Industrie alle Bereiche komplett abdeckt; es kann eine gute Basis sein auf der nach individuellen Bedürfnissen ergänzt wird.

Abwägungen

Feuchtfutter sind in der Regel sehr schmackhaft und werden gerne angenommen. Nachteile sind, dass der Hund kaum zu kauen hat und relativ mehr Proteine und Kohlenhydrate enthalten sind, da das Wasser zum Grossteil über die Niere ausgeschieden wird und sich die Mengenangaben auf eine Einheit an Futter inklusive dem Wasser beziehen. Rechnet man das Wasser weg, bleibt mehr an Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten übrig. Feuchtfutter eignet sich gut wenn man für die Wuffels selber was kochen mag, zB. Reis, und zum Reis dazu noch Gemüse kommt und dann eine Dose Feuchtfutter. Auch gut geeignet ist es für kranke Hunde die aufgepäppelt werden müssen. Nicht geeignet für Hunde sind Feuchtfutter der Katzen, da Katzen einen höheren Bedarf an Protein haben.

Trockenfutter ist gut zum Kauen und durch die Kaubewegung im Mund wird Belag abgeschabt. Es lässt sich gut lagern und gut portionieren. Allerdings sind nicht alle Trockenfutter schmackhaft. Es eignet sich gut als tägliche Basis auf der man seinen Hund füttert. Man kann es gut ergänzen mit Spiegelei, Gurken, Paprika (nicht die Scharfen!), Zuckini, Blumenkohl oder Brockoli. Da relativ mehr Energie enthalten ist, kann ein Hund davon leichter übergewichtig werden - deswegen ist die Auswahl des Futtermittels wichtig.

Aufpassen sollte man bei Beiden. Bei Beiden kann raffinierter Zucker enthalten sein, also der Zucker, den man sich in den Kaffee schüttet oder in den Kuchen tut. Das kann gesundheitliche Probleme nach sich ziehen wie Übergewicht oder Diabetes.

Ergänzungsfuttermittel sind als Beilage gedacht und dort auch angebracht. Hat man einen Hund mit spezifischen Schwächen, zB. der Haut, den Gelenken, oder den Haaren, können entsprechende Zusätze Abhilfe oder Erleichterung verschaffen. Kekse, Kauknochen, etc. eignen sich gut als Belohnung für zwischendrin, oder als Beschäftigung. Vorsichtig sollte man bei Schlachtabfällen sein wie Schweineohren, Kauknochen aus Haut, oder Lunge. Es sind Bindegewebe die schwer verdaulich sind und zu Durchfall führen können. Schweineohren sind darüber hinaus sehr fettig. Gut eignen tut sich getrockneter Pansen, oder getrocknete Lunge - die sind schmackhaft, werden oft gut angenommen und sind nicht fettig.

Menge und Diät

Um den Bedarf eines individuellen Tieres zu ermitteln, müsste dieses genauestens vermessen werden was die Ausscheidungen angeht, die Fütterung selbst, und die Werte die sich aus Futteraufnahme und Ausscheidungen ergeben. Dies ist im Alltag wenig praktikabel, deswegen wurden Formeln entwickelt um eine Schätzung zu bekommen. Auf lequotichien gibt es einen Futterrechner

Wichtig zu beachten ist, dass es um die umsetzbare Energie geht, das heisst, die Energie, die nach dem Kot absetzen, Harn ablassen übrig bleibt und der Körper tatsächlich nutzen kann.

Bewertung des Körpers

Ein grosser Sennenhund.
Bild: Leuchtender Hund
Bauchlinie und Taille
Die Bauchlinie soll nach Hinten hoch laufen, so dass der Bauch nicht herunterhängt. Von oben betrachtet, soll eine nach innen verlaufende Linie zwischen Becken und Brustkorb sichtbar sein, abhängig vom Fell dass der Hund trägt.
Rippen und Wirbelsäule
Bestimmte knöcherne Strukturen sollten mindestens gut tastbar sein. Dazu zählen die Rippen sowie die Dornfortsätze der Wirbelsäule. Diese Strukturen sollen gut zu ertasten sein.
Rutenansatz
Bei stark übergewichtigen Hunden setzt das Fett auch an der Rutenwurzel an, also da, wo die Rute am Körper fest sitzt. Sie wird dann recht dick und wenig muskulös.

Überwachung und Allgemeines

Es empfiehlt sich, das Gewicht des Hundes regelmässig zu wiegen - im Tierbedarfshandel gibt es Waagen, aber oft auch bei Tierärzten - und diese Punkte oben in regelmässigen Abständen zu überprüfen. Zudem sollte die Futtermenge abgewogen werden, um eine objektive Übersicht zu haben über die Menge der Futtermittel die an das Tier abgegeben werden. So kann im Bedarf die Stellschraube angezogen oder gelockert werden.

Vorsicht: sollte ein Futter den Hund dick machen, sollte nicht einfach die Menge reduziert werden, da mit der Reduzierung auch Vitamine und Mineralstoffe gesenkt werden, was zu einem Mangel führen kann. Schaut auf die Fütterungsempfehlung auf der Packung, und wenn ihr davon stark abweicht, sucht euch ein anderes Futter.

Am Anfang ist die Fütterung eines Hundes etwas Experimentieren und Probieren, mit einer Prise an Empfehlungen, die zB. auf dem Futtermittel stehen. Die Entwicklung des Gewichtes wird parallel dazu überwacht und aufgeschrieben. Mit der Zeit hat man Erfahrungswerte. Man kann sich auch in einer Tierarztpraxis oder bei Ernährungsspezialisten beraten lassen.

Darreichung

Über die Form der Darreichung gibt es viele Meinungen. Es gibt Referenzwerte für Hunde, welche Inhalte in welcher Menge benötigt werden, abhängig von Alter, Geschlecht, Beruf, Gesundheit des Hundes und einer allfälligen Schwangerschaft.

Empfehlenswert ist, es über zwei, drei Mahlzeiten zu verteilen. Bei schweren Hunden ist es deswegen ratsam, da ein schwerer Körper mehr Nahrungsmittel benötigt um bedarfsgerecht versorgt zu werden und die Verteilung über mehrere Portionen einer Überladung des Magens vorbeugt.

Bei kleineren und leichteren Hunden empfiehlt es sich auch auf drei Portionen zu verteilen, da die regelmässige Zufuhr von Nährstoffen das Gehirn regelmässig versorgt und so Stimmungsschwankungen vermieden werden können, zB. durch Hungergefühle, oder durch Energiemangel. Ausserdem ist es eine Gelegenheit, den Hund zu beschäftigen, zB mit Futtersuche.

Hunde sind soziale Raubtiere die in Familienverbänden leben. Für die Fütterung bedeutet es, dass Hunde in aller Regel gerne Dinge zerlegen, zerreissen, zerknautschen, auspacken und dies in einem sozialen Verband geschieht und die Futterbschaffung ein soziales Erreignis ist. Umsetzen lässt sich dies zB in dem:

Kartons
Man nehme einen Pappkarton und fülle ihn mit altem Papier und Zeitungen. Da drin werden Kekse versteckt und der Hund kann das dann auspacken. Verschiedene Schwierigkeitsstufen werden erreicht, in dem wenige Kekse in viel Papier drin liegen, der Karton zugefaltet wird, oder zugeklebt.
Hohle Spielzeuge
Hohle Spielzeuge wie ein Kong, oder ein halber Tennisball, können mit Essen gefüllt werden und der Hund darf es raus lutschen; auch leere Joghurtbecker eignen sich dafür.
Papierwickel
Kekse oder Kaugegenstände können in Papiertüten, Brötchentüten, oder den Papprollen von Toilettenpapie eingewickelt werden. Der Hund darf es dann aufreissen und nehmen.
Verstecke im Haus, in der Wohnung finden
Knabbereien lassen sich im Wohnumfeld verstecken, zB. in einer Sofaritze, unter einem Kissen, oder in einem Regal. Das Trockenfutter in Papier verpackt wird, oder in Kartons, oder dass Nassfutter in Kongs oder anderen Kauspielzeugen versteckt wird und der Hund es herauslutschen oder herausknabbern muss. Das fördert das Wohlbefinden des Hundes, stärkt seine psychische Gesundheit und fördert seine Selbstwirksamkeit.
Mit der Fütterung
Die Futterschüssel des Hundes lässt sich umdrehen sodass am Rand die Vertiefung ist und der Hund seine Sachen heraus lutschen muss. Die Schüssel lässt sich auch wie gehabt darreichen und etwas Käse, oder Joghurt, oder was sich sonst noch an Essbarem gut schmieren lässt, auf den Boden schmieren, sodass der Hund lutschen kann.

Weitere Infos

Weitere Informationen zu:

Beschäftigung der Hunde finden sich auf Spass Mit Hund

Ernährung finden sich Informationen bei Tiergesundheit Aktuell

Tryptophan auf Wikipedia

Phenylalanin auf Wikipedia

Den Fetten auf Wikipedia

Ernährung und Verhalten bei Sitz Platz Fuss

Nachtschattengewächse auf Wikpedia

Kürbisgewächse auf Wikipeda