Milieu Training

Muss der Hund Sitz können, also sich hinsetzen auf Kommando? Es gibt ein Post zu Alltags-Signalen auf lequotichien.pw bereits. Hier wird ein anderer Aspekt beleuchtet.

respondente Konditionierung trumpht immer operante Konditionierung - oder mehr auf die neuronalen Grundlagen bezogen: die tieferen Strukturen im Gehirn die für Emotion und schnelle Verhaltensantworten führen - so der Hirnstamm und das limbische System - können sich gegen bewusste, willkürliche Verhalten durchsetzen.

Wenn ein Hund starke Angst hat, oder sich über etwas sehr freut, dann wird es schwer bis unmöglich, dass er sich auf Signal hinsetzt, oder dass er sich konzentriert. Das ist wichtig zu wissen um den nächsten Teil in diesem Post besser nachvollziehen zu können.

Das Milieu-Training

Jeder Hund hat einen Alltag in dem er bestehen muss. Desto mehr ein Hund kennt durch seine Erfahrung, das heisst, seine Lerngeschichte (learning history), und desto mehr coping strategies er zur Verfügung hat, umso besser kann er mit seiner Umwelt und den Umweltreizen umgehen.

Wenn der Hund von seiner Umwelt überfordert ist, in Distress, nicht bewältigbaren Stress gerät, und daraus hinaus Verhaltensprobleme, zum Beispiel Angst- und Aggressions-Verhalten zeigt, dann ist es nicht bis schwer möglich, vom Hund zu erwarten an lockerer Leine zu gehen, oder die vier Pfoten auf dem Boden zu behalten bei Mensch-Mensch Kontakt. Die willkürlichen Verhalten werden blockiert durch Gehirnregionen die für Emotionen und schnelle Verhaltensantworten verantwortlich sind, da der Hund in der Situation stark erregt, überfordert wird, weil der Hund keine coping strategies hat.

Anderes Training

Sehr oft zu sehen ist, dass Menschen ihren Hunden beibringen, sich auf Signal zu setzen, hinzulegen, Sachen zu apportieren oder am Bein zu kleben - bei Fuss zu gehen. Dagegen spricht auf den ersten Blick nichts Grundsätzliches, allerdings sollte klar sein, dass dieses Training den Hund nicht auf den Alltag und sein Millieu vorbereitet.

Ein Hund der sich aufgrund von Überfordung daneben benimmt, zum Beispiel bellt, knurrt, oder hochspringt, ist nicht schlecht erzogen sondern hat kein Set an Verhalten, keine coping strategies um mit seiner Umwelt klar zu kommen.

Und wenn euer Hund in der Überforderung ist, dann werdet ihr sehr schwer bis gar nicht den Hund umlenken können mit auftrainierten Signalen wie Sitz oder Fuss, bzw Hier. Umgekehrt könnt ihr all diese auftrainierten Signale sehr schnell und entspannt in den Alltag einbauen, wenn ihr das wollt, wenn der Hund entspannt durch den Alltag und sein Milieu geht.

Wie es geht

Die Welt erkunden, Herausforderungen meistern und in Ruhe darüber schlafen: So meistert Hund den Alltag!

Auf lequotichien gibt es Posts, die sich zum einen mit der Positiven Psychologie befassen und zum Anderen mit der Anreicherung des Alltages . Ausserdem solltet ihr euch immer bewusst machen, dass euer vierbeiniger Kumpel immer auch seine Biologie und Psychologie mit sich trägt, es unelastische Verhalten gibt auf die ihr Rücksicht nehmen müsst und dass es Faktoren gibt wie der Hund auf Reize reagiert .

Um einen alltagstauglichen Hund zu bekommen ist es wichtig, dass Euer Fokus, euer Hauptaugenmerk darauf gerichtet ist, den Hund zu fördern, ihm Reize aus dem Alltag näher zu bringen, dass ihr als sicherer Bindungspartner zur Verfügung steht und mit verschiedenen Verstärkern erwünschtes Verhalten fördert, Situationen so gestaltet dass der Hund gutes Verhalten zeigen und lernen kann mit seiner Umwelt umzugehen ohne überfordert zu werden.

Im Anschluss daran könnt ihr jederzeit andere Verhalten trainieren wie Sitz oder Platz und diese in den Alltag einbauen!