Stimulus, Signale
Was ist das?

Wer sich etwas umsieht in der Hundetraining-Welt wird schnell über Wörter stolpern wie Kommando oder Signal. Diese Wörter sind immer im Zusammenhang zu verstehen in denen sie entstanden sind und sind daher auch immer Ausdruck einer bestimmten Weltanschauung

In diesem Post möchte ich die Hintergründe beleuchten hinter den Wörtern die auf der Lerntheorie beruhen

Signale
Diskriminativer Stimulus

Die Idee hinter dem diskriminativen Stimulus, oft als SD geschrieben, ist, dass es in der Umwelt, in der jemand lebt, es verschiedene Reize, dH Stimuli, gibt die als Vorbote für bestimmte Konsequenzen dienen

Wenn wir über eine rote Ampel gehen, dann haben wir gelernt dass wir dafür bestraft werden können; wenn wir eine Eisdiele sehen haben wir gelernt, dass es in so einem Gebäude ein Eis gibt; wenn es draussen regnet dann haben wir gelernt dass wir trocken bleiben wenn wir eine Regenjacke anziehen; wenn wir eine Email oder eine Nachricht bekommen haben wir gelernt dass uns Neuigkeiten erwarten

Wir haben also eine Verknüpfung erstellt zwischen bestimmten Stimuli und den Konsequenzen die auf ein Verhalten folgen, und genauso geht es Hunden: Nachbars Garten bedeutet dass gleich eine Katze sitzen wird (gucken wird belohnt), wenn wir die Leine in die Hand nehmen bedeutet es wir gehen spazieren (zur Türe gehen lohnt sich), wenn wir die Gartentüre öffnen dann ist der Garten zugänglich (zur Gartentüre gehen lohnt sich)...

Das Konzept ist nun, dass ein Individuum wie ein Hund oder ein Mensch oder ein Meerschweinchen .. lernt, je nach innerer Motivation und Bedürfnisse, zwischen diesen SD zu unterscheidn, das heisst zu diskriminieren und sich für das eine oder andere zu entscheiden - deswegen werden diese Stimuli diskriminierend genannt

Du kannst hier diesen Post lesen, oder aber auf eine Videoplattform gehen um Videos zu schauen oder zum Kühlschrank was zu Essen holen, je nachdem welche Verknüpfung du mit diesen Stimuli und den Konsequenzen daraus hast und welches Bedürfnis du gerade befriedigst

Wie sich das Verhalten auf verschiedene Signale verteilt wird das Matching Law genannt

Verschiedene SD kündigen verschiedene KOnsequenzen an

Stärke der Vorhersage

Nicht überall und nicht zu jeder Tages- oder Nachtzeit werden wir bestraft wenn wir über eine rote Ampel gehen, und nicht jede Regenjacke ist gleich dicht oder undicht

Hier kommt nun ein Faktor ins Spiel: der Vorhersagewert, predictive value. Wenn alle Regenjacken undicht wären, also der Vorhersagewert trocken zu bleiben gering ist, dann werden wir weniger zur Regenjacke greifen wenn es regnet; wenn in einer Stadt viele Eisdielen für immer geschlossen sind oder das Eis in vielen Eisdielen gruselig schmeckt, dann werden wir uns immer weniger auf ein Eis freuen wenn wir dort vorbei gehen und entsprechend weniger oft die Eisdiele aufsuchen; und wenn wir von bestimmten AutorInnen gute Erfahrungen haben, also tolle Konsequenzen, werden wir deren Bücher häufiger kaufen oder lesen

Genauso geht es Hunden: Wenn ein Hund gelernt hat dass ein bestimmter Mensch immer was tolles unternimmt, dann ist es wahrscheinlicher dass der Hund den Kontakt zu diesem Menschen sucht; wenn ein Hund lernt dass wenn er auf Signal kommt er dann was tolles dafür bekommt, zB an einer tollen Stelle schnüffeln, dann wird er auch mit höherer Wahrscheinlichkeit kommen

Unelastische Verhalten

Hunde bringen ihre Biologie und Psychologie mit, so wie wir Menschen auch. Was sich vom Hund wegbewegt und klein ist, ist für Hunde interessant, was essbar riecht und vor der Nase liegt wird oft gefressen ...

Solche Verhalten, die direkt mit der Natur des Hundes verknüpft sind, sind in sich selbst verstärkend, die Konsequenz ist also im Verhalten selbst, es ist selbstbelohnend

Dazu gehören Bellen, Sachen nachjagen, urinieren oder koten, schlafen, Sozialkontakt suchen, und andere Verhalten, die sich unter dem Begriff unelastische Verhaltensweisen versammeln

Diese unelastischen Verhalten müssen immer befriedigt weden, damit es dem Hund gut geht

Alltag

Für den Alltag bedeutet es, dass